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Der Focusing-Blog

Echt jetzt? - Erdferkeltherapie?

Echt jetzt? - Erdferkeltherapie?

Die Erdferkel-Therapie

Viele von euch haben sicher schon von Hundetherapie gehört oder darüber gelesen. Erdferkel als Therapietiere – das klingt erst einmal nach einem Witz. Gleichzeitig ist die Lage ernst: Es gibt zu wenige Therapieplätze, die Wartezeiten sind lang, und in schwierigen Zeiten ist die psychotherapeutische Versorgung vielerorts unzureichend.

Ein bislang wenig bekanntes Institut hat nun die Idee, auch Erdferkel und andere Tiere zu therapeutischen Helfern auszubilden. Auf YouTube habe ich das therapeutische Erdferkel entdeckt.

In dem Beitrag lädt das Erdferkel dazu ein, den internationalen Tag der Verzweiflung gemeinsam zu begehen. Der Gesprächspartner ist zunächst skeptisch, weil er von diesem besonderen Tag noch nichts weiß. Dabei gibt es tatsächlich allerlei Kuriositäten: den internationalen Tag der Tuba oder den Tag des Vitamin C. Warum also nicht auch einen Tag der Verzweiflung?

Nach dieser grundsätzlichen Klärung breitet das Erdferkel feinstes Focusing-Wissen aus: Was wir zuerst spüren, ist oft nur die oberste Schicht. Unter oder hinter einem Gefühl (oder einer anderen Wahrnehmung) ist häufig noch etwas anderes verborgen. Als Methode empfiehlt dieser tierische Therapeut partnerschaftliches Focusing, bei dem zwei Menschen sich gegenseitig zuhören. So kann man aufhören, sich krampfhaft um gute Laune zu bemühen, und stattdessen in Ruhe mit der Verzweiflung sein. Nichts wird unterdrückt oder „weggemacht“.

So wird der nächste Schritt möglich, von dem das Erdferkel berichtet: Wenn man nur lange genug bei der Verzweiflung bleibt, kann darunter Ratlosigkeit auftauchen. Und wenn man der Ratlosigkeit lange genug zuhört, finden möglicherweise einige genug Mut, noch tiefer zu spüren. Vielleicht findet sich darunter Hoffnung – oder sogar so etwas wie süßer Frieden.

Leider verrät das kluge Erdferkel nicht, wie man das genau tut, außer dabei bleiben. Dieser Schritt ist aus marketingtechnischen Gründen sehr gut nachvollziehbar, welcher Therapeut verrät schon bei der ersten, besten Gelegenheit alle seine Tricks. Aber hier im Blog, so unter uns Focusingbegeisterten, ist der Weg bekannt und vor allem: nicht so schwierig, wie das Erdferkel behauptet. Ich bleibe jedes Mal nicht nur bei dem Gefühl, sondern verbinde es mit dem dahinter oder darunterliegendem Felt Sense, so kann der Körper sein "Mehr" zu der Verzweiflung und Ratlosigkeit dazugeben. Aus diesem Felt Sense kann dann eine neue Symbolisierung kommen, wie eine Bewegung, die neue Energie entfacht, ein inneres Bild von Hoffnung oder der süße Geschmack von innerem Frieden. Damit hätten wir einen echten Felt Shift.

Viele von euch kennen vermutlich aus eigener Erfahrung den Satz: „Was da sein darf, kann sich verändern.“ Wer einen solchen Prozess schon erlebt hat, kennt auch die Kraft der Fragen: „Und was liegt darunter?“ oder „Was ist dahinter?“ Manchmal öffnet sich dadurch ein ganz neues Erleben.

Erdferkeltherapie klingt vielleicht lustig – aber die therapeutische Qualität des Erdferkels und seiner Kolleginnen und Kollegen (Wolf, Kuh, Drache, Prinzessin) kann ich nur bestätigen. Gleichzeitig möchte ich eine Einladung ans Erdferkel aussprechen, doch gerne hier im Blog zu lesen und seine therapeutische Kompetenz noch zu erweitern. Und was fürs Erdferkel gilt, ist natürlich auch eine Einladung an die lesenden Menschen hier: Schaut euch im Blog um, es lohnt sich.

 


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